„Auf der Suche nach Identität“ – Sprachassistenten des JSDR e.V. in den Sommercamps unserer Partner in Russland und Kasachstan

IMG_4907Das sonnige und fast sommerliche Wetter mitten im Oktober nehmen wir jetzt zum Anlass, um über die Sommersprachcamps unserer Partner in der Russischen Föderation (Internationaler Verband der Deutschen Kultur – IVDK) und in Kasachstan (Wiedergeburt) und unsere Teilnahme daran, oder genauer gesagt, über die Teilnahme der Sprachassistenten des JSDR eV., zu berichten.
Unter dem Motto „Auf der Suche nach Identität“ wirkten auch diesen Sommer Jugendmultiplikatoren des JSDR e.V. wie bereits seit mehreren Jahren als Sprachassistenten und Moderatoren in Orga-Teams in regionalen und föderalen ethnokulturellen Sprachcamps in Russland und Kasachstan. Sie unterstützten die Lehrer und Betreuer vor Ort bei der Programmgestaltung und Durchführung der Camps, als deutsche Muttersprachler mit russlanddeutschem Hintergrund vermittelten sie deutsche Sprachkenntnisse und motivierten die Jugendlichen, sich mit der Geschichte ihrer Vorfahren auseinander zu setzten. So konnte das Interesse zur deutschen Sprache bei den Teilnehmern der Camps gefördert und die Identität sowie der Zusammenhalt der Vertreter der Jugendorganisationen der Russland- bzw. Kasachstandeutschen von beiden Seiten gestärkt werden.
Mit ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit in Deutschland führten die JSDR-Sprachassistenten unterschiedliche Workshops für Kinder und Jugendliche durch, beantworteten die Fragen der Teilnehmer zu solchen Themen wie Schule, Bildung, Jugendarbeit usw. in Deutschland, knüpften Kontakte und tauschten sich aus.
Hier können Sie ein paar Erfahrungsberichte der JSDR-Sprachassistenten lesen:
Andrea Mastel, Sprachassistentin in einem Sprachcamp in Sajanogorsk (Russland):
dS8ABpeGuGw1„Lebensstil“ im sibirischen Sajanogorsk bietet den Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 15 Jahren die Möglichkeit auf spielerische Art und Weise neue Deutschkenntnisse zu erwerben und bereits vorhandene zu verbessern, sowie die Geschichte der Russlanddeutschen zu lernen. Jeden Tag bearbeiten die Kinder ein bestimmtes Thema, wie z.B. Russlanddeutsche Kleidung oder das Essen der Russlanddeutschen, im Deutschunterricht und am Nachmittag betätigen sie sich sportlich und spielerisch und besuchen verschiedene Arbeitsgemeinschaften, wie z.B. Basteln oder Tanzen. Während des Abendprogramms stellen sie ihre Arbeit, die sie im laufe des Tages getätigt haben, vor.
Meine Aufgabe als Sprachassistentin aus Deutschland ist es mit den Kindern zu kommunizieren, um
sie zu motivieren die deutsche Sprache zu praktizieren. So kann ihr bereits Gelerntes mi
t Sinn und Spaß angewendet werden. Deutlich wird, dass sich das sprachliche Level der Kinder u
nd Jugendlichen deutlich verbessert, weil sie selbst darum bemüht sind die richtigen Wörter für eine gelungene Kommunikation zu finden. In jedem Fall macht die Arbeit und die Funktion einer Sprachassistentin in einem solchen Sprachlager Sinn.“
Waldemar Brill, Sprachassistent in einem Sprachcamp in Omsker Gebiet (Russland):
received_1394133300707216„Meine Aufgabe bestand darin, die Lehrer beim Deutschunterricht zu unterstützen. Außerdem erzählte ich den Teilnehmern des Camps über das Schulsystem in Deutschland. Des weiteren habe ich bei organisatorischen Aufgaben sowohl den Kindern aus auch den Lehrern und Betreuern geholfen. Auch gestaltete ich die Zeitung, welche die Kinder während des Camps herausgegeben haben, mit.“
Elena Fischer, Sprachassistentin in einem Sprachcamp in Pawlodar (Kasachstan):
IMG_4872Im Zeitraum vom 01.07. bis 12.07.2017 habe ich bei der Pawlodarer Gebietsgesellschaft „Wiedergeburt“ als Sprachassistentin gearbeitet. Meine Gruppe bestand aus 11 Kindern im Alter von 11 bis 13 Jahren. Ich bemühte mich, stets Deutsch mit ihnen zu reden. Auch wenn sie nicht immer alles verstanden, sagte ich noch die kurze russische Version dazu und dann doch nochmal auf Deutsch. Sie fanden das toll und machten gerne mit. Aus der ganzen Gruppe besuchten nur zwei Kinder ein Gymnasium mit erweitertem Deutschunterricht, ansonsten besuchten alle Kinder die Sonntagsschule der Gesellschaft „Wiedergeburt“. Ausgehend von ihrem Sprachniveau lernten wir Obst- und Gemüsesorten, Gerichte aus Deutschland und die der Deutschen Kasachstans, Berufe, Tiere und Sportarten. Dabei setzte ich Akzente darauf, dass die Kinder spielend lernten und zu einem bestimmten Grad auch mitbestimmen durften, welche Themen wir nahmen.
Vormittags hatten wir 2 Stunden Deutschunterricht und nach dem Mittagessen noch eine Spielrunde.
Die Kinder wollten mich gar nicht zurückfahren lassen. :-)
Zum 8.7.2017 bereiteten wir zusammen mit den Kindern einen offenen Unterricht für die Delegation aus Deutschland und deutscher Unternehmer in Kasachstan. Am nächsten Tag, dem 09.07., moderierte ich das Volksfest „Sommerfest“ mit, das von der Pawlodarer Gebietsgesellschaft der deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ organisiert wurde. Das hat viel Spaß gemacht! :-)
Die Zeit in Pawlodar hat mich sehr geprägt, deshalb danke ich dem JSDR e.V. für diese tolle Erfahrung vom Herzen!“

Das Partnerschaftsprojekt wird durch das Bundesministerium des Innern gefördert.