250 + 5 = Wir schreiben Geschichte!

Forum2013Jugendforum des JSDR e.V. am 25.10. – 27.10.13 in Stuttgart

Das bereits zu einer schönen Tradition unseres Jugendverbandes gewordene Forum fand in diesem Jahr unter dem Motto „250 + 5 = Wir schreiben Geschichte“ statt. Das Jahr 2013 hat für uns – Deutsche aus Russland – eine besondere Bedeutung: vor 250 Jahren lud die Zarin Katharina II. unsere Vorfahren mit ihrem Manifest vom 22. Juli 1763 nach Russland ein.
Mehr als 2,5 Millionen Nachkommen damaliger Übersiedler leben heute in Deutschland. (Spät-) Aussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben sich gut in die bundesdeutsche Gesellschaft eingegliedert. Gleichzeitig wollen viele von uns die Kultur und Geschichte der Vorfahren erforschen und bewahren. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die Verbände, vor allem die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. und ihre Jugendorganisation, der Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland.
Die Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sie wird in der Gegenwart geschrieben und richtet sich in die Zukunft. In seiner 5-jährigen Geschichte hat der JSDR an die historischen Traditionen seines Vorgängers – des JSDR der 50er-80er Jahre geknüpft und die Ideen der neuen Zeit aufgegriffen und entwickelt. Mehr zur Geschichte des JSDR e. V.

An dem JSDR-Forum 2013 haben über 100 Vertreter der JSDR-Gruppen aus ganz Deutschland und ihre Gäste von den Partnerorganisationen aus Russland – Jugendring der Russlanddeutschen, Internationaler Verband der Deutschen Kultur, sowie Vorsitzende der Landes- und Ortsgruppen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. teilgenommen.Forum2013_Aktion

Auf dem Programm des JSDR-Forums 2013 standen:

– Vorstellung der Arbeit der JSDR-Gruppen bundesweit und der Überblick über die 5-jährige Arbeit der Jugendorganisation und ihres Bundesvorstandes („Fünf Jahre JSDR: Höhepunkte, Bilanzen, Perspektiven“).
– Mitgliederversammlung des JSDR, bei der die Delegierten der JSDR-Gruppen den Jahresbericht des Vorstandes angenommen und die aktuelle Lage des Jugendverbandes diskutiert haben. Als Zeichen der Stärkung eingeschätzt und nochmals einstimmig befürwortet wurde von der Mitgliederversammlung die Eintragung des JSDR in das Vereinsregister.
– Multiplikatorenschulung „Gemeinsam offen“, gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, mit dem Themenschwerpunkt Zusammenarbeit der Vereine, sowie Vereinsmanagement und praktische Vereinsarbeit. Während der Multiplikatorenschulung haben die Teilnehmer die Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Projektideen entworfen. Auch wurden die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bzw. Kooperation besprochen.
– Junior-Programm: an dem JSDR-Forum 2013 nahmen in diesem Jahr sehr viele „Nachwuchs-JSDRler“ teil – vierzehn-, fünfzehnjährige Jungs und Mädels aus unterschiedlichen JSDR-Gruppen. Trotz ihres frischen Alters beteiligten sie aktiv an allen Programmpunkten des Jugendforums. Einen besonderen Eindruck hinterließ der Beitrag der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus NRW, bei dem sie das im Sommer 2013 durchgeführte Jugendcamp spielerisch und tänzerisch vorgestellt haben.
Zum Höhepunkt des Forums wurde der Festakt „Aus der historischen Tradition in die Zukunft: Vereine schreiben deutsch-russische Geschichte“ anlässlich des 250. Jahrestages des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II.
Der Festakt wurde in Kooperation mit der djo- Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Baden-Württemberg e.V. und mit der Förderung durch das Innenministerium Baden-Württemberg organisiert und fand in einem schönen Ambiente statt – dem Alten Schloss Stuttgart / Landesmuseum Württemberg.
In ihren Begrüßungsreden gratulierten Hartmut Liebscher, Vorsitzender der djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Baden-Württemberg e. V. und Heinrich Martens, Präsident des Internationalen Verbandes der Deutschen Kultur – dem JSDR zu dem 5. Geburtstag.
Dr. Alfred Eisfeld, Historiker vom Göttinger Arbeitskreis e. V. hat das „Lernen aus der historischen Tradition“ zum Thema seines inhaltsreichen Vortrags gemacht.

In seiner Festrede betonte Dr. Christoph Bergner, parlamentarischer Staatssekretär, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, die Wichtigkeit der Arbeit des JSDR und seine Funktion als Brückenbauer zwischen Deutschland und den Herkunftsländern der Russlanddeutschen. Er begrüßte ausdrücklich das Bekenntnis des JSDR zu seinem Elternverband – der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. ebenso wie den „Schritt in die Selbstständigkeit“ des JSDR – die Eintragung des JSDR in das Vereinsregister.

Nach einem Medienvortrag über die partnerschaftliche Projekte des JSDR ging es mit der Podiumsdiskussion mit Dr. Christoph Bergner, Jochen Welt, SPD, ehemaliger Beauftragter der Bundesregiering für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Olga Martens, Vize-Präsidentin der Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), Herausgeberin der „Moskauer Deutschen Zeitung“ und Anna Hoffmann, Filmemacherin, Preisträgerin des russlanddeutschen Kulturpreises Baden-Württemberg zum Thema „Rolle der Vereine in der Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen“ weiter. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Charlotte Warkentin, der Vorsitzenden des JSDR-Bayern. Anschließend bekamen die Teilnehmer des Forums und ihre Gäste eine Möglichkeit bei einer Führung durch die Ausstellung „Prunk, Pracht und Politik – Die Romanows und Württemberg“ mitzumachen.

In den 5 Jahren seiner Geschichte ist der JSDR quantitativ und qualitativ gewachsen. Der JSDR ist ein zuverlässiger Partner für die Politik, seine Meinung zählt in unterschiedlichen politischen Gremien, wie z.B. Deutsch-Russische Regierungskommission oder Beirat für Spätaussiedlerfragen beim Innenminister. Seit August 2013 ist der JSDR ein eingetragener Verein. Seine Kompetenz hat er in verschiedenen Projekten und Aktivitäten unter Beweis gestellt: in gemeinsamen Projekten mit den Selbstorganisationen der Russlanddeutschen in Russland, Kasachstan und Usbekistan, in durchgeführten Kursen, Multiplikatorenschulungen, Familienseminaren, Kinder- und Jugendcamps. Große Feste und Veranstaltungen, Sport- und Bildungsmaßnahmen, Publikationen, Maßnahmen zur Kultur und Geschichte der Russlanddeutschen – die Liste der Aktivitäten ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Fortsetzung folgt!

Wir danken ganz herzlich unseren Förderern und Unterstützern:
dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Innenministerium Baden-Württemberg, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V..

Der JSDR-Bundesvorstand bedankt sich ganz herzlich bei dem OrgaTeam für den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung und bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Forums für ihr motiviertes Mitwirken.

Bundesvorstand des JSDR e.V.